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30. März 2022

Frauenpower in der Apotheke

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Frauenpower in der Apotheke

Im Apothekeninterview sprechen drei erfolgreiche Apothekerinnen aus der Bundeshauptstadt über das Unternehmertun, Flexibilität und Motivation. Hier ein Auszug davon.

Wir haben mit Mag. pharm. Eva Weissinar von Klimt Apotheke in 1120 Wien, mit Mag. pharm. Katharina Horcher der Salvator Apotheke im 9. Wiener Bezirk und mit Mag. pharm. Dietlinde Schönstein von der Maria Treu Apotheke im 8. Bezirk gesprochen.

Können Sie uns Ihren Weg in die Pharmazie und in den Beruf der selbständigen Apothekerin skizzieren?

Mag. pharm. Eva Weissinar: In gewisser Hinsicht war mein Weg allerdings familiär vorgegeben, da meine Eltern eine Apotheke in Graz hatten. So habe ich bereits während des Studiums in einer Apotheke gearbeitet und mein Aspirantenjahr in Wien in der Apotheke zum Weinberg absolviert. Dort habe ich auch gelernt, wie man eine Apotheke führt und worauf man einen Fokus legt. Der Weg in die Selbständigkeit war dann so etwas Ähnliches wie ein Puzzle – es hat sich alles zusammengefügt.

Mag. pharm. Katharina Horcher: Mein Großvater und mein Vater waren Apotheker – in jener Apotheke, die ich jetzt leite. Ich hatte zunächst in einem Architekturbüro gejobbt, mich dann aber doch für das Pharmaziestudium entschieden. Das Aspirantenjahr habe ich in der Apotheke Nussdorf (Anm. damals Hackenberg) gemacht und dort noch eine Zeit lang weitergearbeitet – bis mein Vater eines Tages meinte, es wäre nun an der Zeit … Heute leite ich die Apotheke, zwei meiner Geschwister sind ebenfalls bei mir tätig.

Mag. pharm. Dietlinde Schönstein: Ich hatte ursprünglich nicht den konkreten Wunsch, selbst Apothekerin zu werden; erst durch den nach und nach miterlebten Apotheken-alltag kristallisierte sich während meiner Schulzeit die Entscheidung, Pharmazie zu studieren, heraus. Unsere Apotheke hat mein Vater meinem Bruder übergeben und ich habe eine Apotheke in der Josefstadt gekauft. Das war 2008 – bis heute liebe ich die kreative Seite des Berufes ebenso wie den Kundenkontakt, die Zusammenarbeit mit den Kollegen und schließlich auch das Networking außerhalb der Apotheke.

Jede zweite Apotheke in Österreich wird von einer Frau geführt und mehr als 85 Prozent der angestellten ApothekerInnen sind weiblich – wie erklären Sie sich diesen ausnehmend hohen Anteil?

Weissinar: Ich denke, das liegt an der Fähigkeit der Frau zur Gesundheitsmanagerin – das beweisen sie ja bereits in der eigenen Familie. Zudem ist die Apotheke einerseits die flexibelste Arbeitgeberin überhaupt: Die Arbeitszeit kann ohne Einschränkung des Aufgabengebietes flexibel eingeteilt werden. Andererseits auch einer der wenigen – wenn nicht der einzige – Beruf, in dem es keine Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau gibt.

Schönstein: Ja, der nicht existente Gender Gap ist mit Sicherheit einer der Gründe für den hohen Frauenanteil. Aber auch der Beruf selbst zieht viele Frauen an: Er ist sehr sozial und ausgesprochen schön; weiters sind Teildienste möglich, vor allem für Frauen mit Kleinkindern hat dieser Teilaspekt der Flexibilität enorme Bedeutung.

Horcher: Der Frauenanteil in der Selbständigkeit dürfte ruhig höher sein, es gibt auch viel mehr weibliche Pharmazeutische Angestellte und im Studium ist der Anteil ebenfalls höher. ApothekerIn-Sein ist ein sozialer Beruf, daher wird er auch öfter von Frauen gewählt, außerdem ist die Flexibilität ein großes Asset. Exakt die Teilzeitanstellung ist für viele Mütter ein wesentlicher Aspekt.

Wie gelingt der Sprung von der Pharmazeutin zur Unternehmerin? Stichwort: Mindset?

Weissinar: Durch den Sprung ins kalte Wasser. Es braucht Neugierde und den Mut, die Herausforderung anzunehmen. Letztlich muss man sich trauen …

Horcher: …den Mut haben, auf Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören. So triggern die Kundennachfragen die eigene Recherche nach Produkten oder Dienstleistungen. Mit ein bisschen Kreativität ergeben sich die Richtung und der Schwerpunkt der Apotheke, ihre Nische – jene, die am besten passt.

Schönstein: Es ist wichtig zu akzeptieren, dass die Leitung nicht alles am besten kann und nicht alles selbst machen muss. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Mitarbeiter richtig einzusetzen und bei sich selbst Lücken zu orten, wo Weiter- oder Fortbildung notwendig ist. Die schwerste Aufgabe ist, Mitarbeitern zu vertrauen und sie zu motivieren.

Die drei Wiener Apotheken

 

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